30 Tage ohne Licht und Liebe:Eine Challenge, die dich wieder näher zu dir selbst bringt

Was wäre, wenn wir 30 Tage lang auf die Worte Licht und Liebe verzichten würden?
Nicht, weil diese beiden Dinge unwichtig sind. Ganz im Gegenteil. Sondern weil ich mich frage, ob wir manchmal so selbstverständlich von Licht und Liebe sprechen, dass wir vergessen, was sie im echten Leben eigentlich bedeuten.
Ich möchte dich heute zu einem kleinen Experiment einladen. Zu einer Challenge, die wir gemeinsam machen können. Ohne Druck, ohne spirituelle Regeln und ohne den Anspruch, irgendetwas perfekt umsetzen zu müssen. Selbstliebe lernen: 30 Tage ohne Licht und Liebe
Einfach 30 Tage lang ein bisschen genauer hinschauen. Auf uns selbst, auf unsere Beziehungen und auf die Art, wie wir mit anderen Menschen umgehen.
Und ich verspreche dir: Es könnte spannender werden, als du vielleicht gerade denkst.
Warum ich eine 30-Tage-Challenge ohne Licht und Liebe machen möchte
Wenn wir über persönliche Weiterentwicklung, Spiritualität oder ein bewusstes Leben sprechen, begegnen uns die Worte Licht und Liebe überall. Wir möchten mehr Liebe in unser Leben bringen, unser Licht leuchten lassen und aus dem Herzen heraus handeln.
Ich mag diese Gedanken. Wirklich.
Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass wir uns hinter diesen wunderschönen Worten auch ein bisschen verstecken können. Denn sie klingen so gut, so weit und so vollkommen, dass wir gar nicht mehr genauer darüber nachdenken, was wir damit eigentlich meinen.
Wenn ich beispielsweise sage, dass ich mehr Liebe in die Welt bringen möchte, was bedeutet das ganz konkret?
Heisst das, dass ich immer freundlich bin? Dass ich niemanden verletze? Dass ich Verständnis für alle Menschen habe und möglichst nie wütend werde?
Oder bedeutet es vielleicht auch, dass ich einer Freundin ehrlich sage, wenn mich etwas verletzt hat? Dass ich eine Grenze setze, obwohl ich weiss, dass mein Gegenüber davon enttäuscht sein könnte? Dass ich mich traue, meine eigene Meinung auszusprechen, auch wenn sie nicht jedem gefällt?
Für mich beginnt genau hier ein spannender Gedanke.
Was wäre, wenn wir weniger über Liebe sprechen und stattdessen genauer hinsehen, wie wir sie tatsächlich leben?
Denn Liebe zeigt sich nicht nur in den grossen, berührenden Momenten. Sie zeigt sich oft in den ganz unspektakulären Situationen unseres Alltags. In einem ehrlichen Gespräch am Küchentisch, in einer Umarmung, die genau im richtigen Moment kommt, oder darin, dass jemand wirklich zuhört, anstatt schon während unseres Satzes die passende Antwort zu suchen.
Und manchmal zeigt sie sich auch in einem klaren Nein.

Was bedeutet Liebe im echten Leben?
Ich glaube, wir verbinden Liebe häufig mit einem bestimmten Gefühl. Mit Schmetterlingen im Bauch, tiefen Emotionen, Verbundenheit und diesem wunderbaren Gefühl, von einem anderen Menschen gesehen und angenommen zu werden.
Das alles darf natürlich dazugehören.
Aber wenn ich darüber nachdenke, was Liebe für mich im Alltag bedeutet, fallen mir ganz andere Dinge ein.
Es ist beispielsweise dieses besondere Gefühl, mit einer Frau zusammensitzen zu können und nicht überlegen zu müssen, wie ich gerade wirke. Ich muss nichts beweisen, nichts beschönigen und auch nicht so tun, als hätte ich mein Leben immer im Griff.
Ich darf einfach erzählen, wie es mir wirklich geht. Und mein Gegenüber hört zu. Nicht, um mich zu korrigieren, mir sofort einen guten Rat zu geben oder meine Situation mit einer eigenen Geschichte zu übertreffen. Sondern weil sie gerade wirklich an mir interessiert ist.
Ich denke auch an Begegnungen, bei denen eine spontane Umarmung plötzlich so viel Nähe schafft. An Gespräche mit Frauen, bei denen wir gemeinsam lachen, manchmal auch weinen und uns gegenseitig daran erinnern, dass wir mit unseren Gedanken und Gefühlen nicht allein sind.
Aber Liebe bedeutet für mich ebenso, ehrlich zu sein.
Wenn mich etwas beschäftigt, möchte ich es ansprechen, bevor sich daraus eine ganze Geschichte in meinem Kopf entwickelt. Ich möchte nicht erwarten, dass andere Menschen meine Bedürfnisse erraten. Und ich möchte auch nicht aus Angst vor Konflikten immer wieder über meine eigenen Grenzen gehen.
Liebe bedeutet für mich nicht, es allen recht zu machen. Liebe bedeutet, mir selbst und anderen ehrlich zu begegnen.
Vielleicht ist das auch für dich ein schöner Gedanke, den du einmal mit in deinen Alltag nehmen kannst.

Licht sein, ohne ständig strahlen zu müssen
Und dann ist da noch das zweite Wort unserer Challenge: Licht.
Wie oft hören wir, dass wir unser Licht leuchten lassen sollen? Dass wir unser Potenzial entfalten und unsere Energie in die Welt bringen dürfen?
Ich finde diese Bilder schön. Gleichzeitig frage ich mich, ob wir uns damit manchmal selbst unter Druck setzen.
Denn was ist, wenn ich gerade überhaupt nicht strahlen möchte? Wenn ich müde bin, Zweifel habe, traurig bin oder einfach einen Tag brauche, an dem ich mich um nichts und niemanden kümmern muss?
Muss ich dann trotzdem mein Licht leuchten lassen?
Ich glaube nicht.
Vielleicht bedeutet Licht manchmal einfach, ehrlich hinzusehen. Eine Situation zu erkennen, die mir schon lange nicht mehr guttut. Eine Fähigkeit an mir zu entdecken, die ich bisher unterschätzt habe. Oder endlich auszusprechen, was ich mich bisher nicht getraut habe zu sagen.
Manchmal entsteht Klarheit erst dann, wenn wir aufhören, alles schönzureden.
Und vielleicht ist genau das eine Form von Licht, die wir viel öfter brauchen: nicht immer positiv denken zu müssen, sondern auch die Dinge anschauen zu dürfen, die unbequem sind.
Wenn ich weiss, was mich belastet, kann ich anfangen, etwas zu verändern. Wenn ich erkenne, was ich wirklich möchte, kann ich Entscheidungen treffen. Und wenn ich meine eigenen Bedürfnisse ernst nehme, muss ich nicht ständig darauf warten, dass andere Menschen mir die Erlaubnis geben, mein Leben so zu gestalten, wie es sich für mich richtig anfühlt.
Vielleicht müssen wir gar nicht ständig Licht in die Welt bringen. Vielleicht dürfen wir manchmal einfach aufhören, vor den eigenen Schatten davonzulaufen.

Die 30-Tage-Challenge: 30 Tage ohne die Worte Licht und Liebe
Jetzt möchte ich dich zu meinem kleinen Experiment einladen.
Für die nächsten 30 Tage verzichten wir ganz bewusst darauf, die Worte Licht und Liebe als Erklärung für unsere Gefühle, unsere Absichten oder unser Handeln zu verwenden.
Das bedeutet natürlich nicht, dass du deinen Lieblingsmenschen nicht mehr sagen darfst, dass du sie liebst. Und du musst auch nicht aufhören, dich mit Spiritualität, Meditation oder persönlicher Weiterentwicklung zu beschäftigen.
Es geht vielmehr darum, für einen Moment innezuhalten, wenn eines dieser beiden Wörter auftaucht.
Wenn du beispielsweise denkst: "Ich möchte mehr Liebe in meinem Leben", dann frage dich, was du dir tatsächlich wünschst.
Vielleicht möchtest du mehr Zeit mit Menschen verbringen, bei denen du dich sicher fühlst. Vielleicht sehnst du dich nach einer Partnerschaft, in der du dich nicht verstellen musst. Oder du möchtest endlich lernen, liebevoller mit dir selbst umzugehen, anstatt dich ständig für Dinge zu kritisieren, die du ohnehin nicht mehr ändern kannst.
Und wenn du das Gefühl hast, mehr Licht in die Welt bringen zu wollen, dann frage dich, was du konkret tun möchtest.
Möchtest du andere Frauen ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen? Möchtest du einen Raum schaffen, in dem Menschen offen über ihre Gefühle sprechen können? Oder möchtest du deine Kreativität wieder mehr in dein Leben holen, weil du in den vergangenen Jahren viel zu wenig Zeit dafür hattest?
Du wirst merken: Sobald du die grossen Begriffe durch deine eigenen Worte ersetzt, wird es persönlicher.
Und genau darum geht es bei dieser Challenge.
So kannst du die Challenge in deinen Alltag integrieren
Damit aus der Idee nicht einfach ein weiterer guter Vorsatz wird, den wir nach drei Tagen wieder vergessen, möchte ich dir ein paar ganz einfache Anregungen mitgeben.
Du brauchst dafür weder ein besonderes Journal noch eine feste Morgenroutine.
Ein bisschen Neugier auf dich selbst reicht vollkommen aus.
1. Achte auf deine Worte
Beobachte in den nächsten 30 Tagen, wie oft du die Worte Licht und Liebe verwendest. Vielleicht bemerkst du, dass du sie ganz selbstverständlich in Gesprächen, in deinen Gedanken oder sogar in deinen Nachrichten verwendest.
Wenn das passiert, halte kurz inne und frage dich, was du eigentlich ausdrücken möchtest.
Anstatt beispielsweise zu sagen: "Ich möchte mehr Liebe in meine Beziehungen bringen", könntest du sagen: "Ich möchte meinen Freundinnen öfter zeigen, wie wichtig sie mir sind, und mir mehr Zeit für gemeinsame Gespräche nehmen."
Das klingt vielleicht weniger poetisch, aber dafür kannst du unmittelbar etwas damit anfangen.
2. Frage dich, was du wirklich brauchst
Manchmal verwenden wir grosse Worte, weil wir selbst noch gar nicht genau wissen, wonach wir uns sehnen.
Vielleicht sagst du, dass du dir mehr Verbundenheit wünschst. Aber was bedeutet das für dich?
Möchtest du dich jemandem anvertrauen können? Sehnst du dich nach mehr körperlicher Nähe? Möchtest du endlich Menschen in deinem Leben haben, mit denen du auch über die schwierigen Dinge sprechen kannst?
Nimm dir einen Moment Zeit, um diese Fragen ehrlich zu beantworten.
Du musst nicht sofort eine Lösung finden. Manchmal ist es schon unglaublich wertvoll, die eigenen Bedürfnisse überhaupt erst einmal zu erkennen.
3. Mach Liebe im Alltag sichtbar
Überlege dir jeden Tag eine kleine Handlung, durch die ein anderer Mensch spüren kann, dass er dir wichtig ist.
Vielleicht rufst du eine Freundin an, von der du schon lange nichts mehr gehört hast. Vielleicht hörst du deinem Partner aufmerksam zu, ohne nebenbei auf dein Handy zu schauen. Vielleicht nimmst du dir Zeit für eine Umarmung oder sagst jemandem ganz direkt, was du an ihm schätzt.
Und vielleicht besteht deine heutige Aufgabe auch darin, dir selbst gegenüber eine liebevolle Entscheidung zu treffen.
Du darfst einen Termin absagen, wenn du eine Pause brauchst. Du darfst um Hilfe bitten. Und du darfst dich wichtig nehmen, ohne deshalb egoistisch zu sein.
4. Trau dich, ehrlich zu sein
Das ist vielleicht einer der herausforderndsten Teile dieser Challenge.
Denn ehrlich zu sein bedeutet nicht immer, angenehme Dinge auszusprechen.
Vielleicht gibt es ein Gespräch, das du schon seit Wochen vor dir herschiebst. Vielleicht möchtest du jemandem sagen, dass dich sein Verhalten verletzt hat. Oder du merkst, dass du eine Situation schon viel zu lange hinnimmst, obwohl sie sich für dich nicht mehr richtig anfühlt.
Überlege, was du wirklich sagen möchtest und wie du es respektvoll ausdrücken kannst.
Es geht nicht darum, andere Menschen mit deiner Wahrheit zu überrumpeln. Es geht darum, dich selbst nicht ständig zu übergehen.
5. Nimm dir am Abend einen Moment Zeit
Am Ende des Tages kannst du dir drei einfache Fragen stellen:
Wann habe ich mich heute wirklich mit einem anderen Menschen verbunden gefühlt?
Was habe ich heute getan, das meinen eigenen Werten entspricht?
Was möchte ich morgen vielleicht ein bisschen anders machen?
Du kannst deine Antworten aufschreiben oder einfach einen Moment darüber nachdenken.
Es geht nicht darum, jeden Tag etwas Besonderes erlebt oder alles richtig gemacht zu haben. Auch ein Tag, an dem du dich zurückgezogen hast, kann dir wichtige Erkenntnisse schenken.

Was passiert, wenn wir Liebe nicht mehr nur fühlen, sondern leben?
Ich glaube, dass diese Challenge noch eine weitere spannende Seite hat.
Wenn wir anfangen, genauer zu beschreiben, was wir unter Liebe verstehen, verändert sich möglicherweise auch unser Blick auf unsere Beziehungen.
Wir erkennen vielleicht, dass wir uns in manchen Freundschaften zwar sehr verbunden fühlen, aber schon lange nicht mehr ehrlich miteinander sprechen. Oder dass wir für andere Menschen unglaublich viel Verständnis aufbringen, während wir selbst ziemlich streng mit uns umgehen.
Vielleicht stellen wir auch fest, dass wir bereits sehr viel von dem leben, was wir uns wünschen.
Dass wir füreinander da sind. Dass wir uns gegenseitig unterstützen. Dass wir gemeinsam lachen, schwierige Zeiten durchstehen und uns immer wieder daran erinnern, dass niemand von uns perfekt sein muss.
Und vielleicht entdecken wir auch, dass Liebe nicht immer harmonisch ist.
Manchmal braucht es eine Auseinandersetzung, um einander wieder besser zu verstehen. Manchmal müssen wir Abstand nehmen, um unsere eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Und manchmal bedeutet ein respektvoller Umgang auch, anzuerkennen, dass zwei Menschen unterschiedliche Vorstellungen vom Leben haben.
Das alles darf nebeneinander existieren.
Für mich ist es eine schöne Vorstellung, wenn wir nicht mehr so sehr damit beschäftigt sind, möglichst liebevoll zu wirken, sondern uns stattdessen fragen, wie wir tatsächlich miteinander umgehen möchten.
Denn am Ende zählt nicht nur, was wir über unsere Werte sagen. Es zählt auch, wie wir sie in unseren Entscheidungen und in unseren Begegnungen sichtbar machen.
Eine Challenge, die auch deine Beziehung zu dir selbst verändern kann
Bei all diesen Gedanken möchte ich einen Menschen nicht vergessen: dich selbst.
Wir beschäftigen uns oft damit, wie wir bessere Freundinnen, aufmerksamere Partnerinnen, verständnisvollere Mütter oder unterstützende Kolleginnen sein können.
Aber wie sprechen wir eigentlich mit uns selbst?
Wie gehen wir mit uns um, wenn etwas nicht gelingt? Wie viel Verständnis haben wir für unsere eigenen Fehler? Und wie oft stellen wir unsere Bedürfnisse hinten an, weil wir glauben, dass andere sie gerade dringender brauchen?
Vielleicht ist deine ganz persönliche Aufgabe in diesen 30 Tagen, dir selbst gegenüber etwas ehrlicher zu werden.
Vielleicht erkennst du, dass du schon lange eine Veränderung möchtest, dich aber bisher nicht getraut hast, den ersten Schritt zu machen. Vielleicht brauchst du mehr Ruhe, mehr Freiheit oder einfach wieder etwas, das nur dir Freude macht.
Und vielleicht darfst du auch einmal aufhören, an dir herumzuarbeiten.
Nicht jede Unsicherheit muss sofort aufgelöst werden. Nicht jedes unangenehme Gefühl braucht eine Methode. Und nicht jeder schwierige Tag ist ein Zeichen dafür, dass du etwas falsch machst.
Manchmal dürfen wir einfach dort sein, wo wir gerade stehen.
Auch das ist ein achtsamer und respektvoller Umgang mit uns selbst.
Machst du mit bei meiner 30-Tage-Challenge?
Ich würde mich wirklich freuen, wenn wir dieses kleine Experiment gemeinsam machen.
Nicht als Wettbewerb, bei dem es darum geht, wer die 30 Tage am konsequentesten durchhält. Sondern als Einladung, uns selbst und unseren Mitmenschen wieder ein bisschen aufmerksamer zu begegnen.
Vielleicht wirst du schon nach wenigen Tagen merken, dass du deine Gedanken anders formulierst. Vielleicht brauchst du die gesamten 30 Tage, um herauszufinden, was diese beiden Wörter für dich persönlich bedeuten.
Und vielleicht wirst du am Ende feststellen, dass du sie wieder ganz selbstverständlich verwenden möchtest. Nur mit einem etwas klareren Gefühl dafür, was du damit eigentlich meinst.
Ich möchte diese Challenge gemeinsam mit dir erleben. Auch ich werde mich in den nächsten 30 Tagen immer wieder dabei beobachten, wie schnell mir diese beiden Worte über die Lippen kommen und was dahintersteckt.
Denn auch wenn wir uns schon lange mit persönlicher Entwicklung beschäftigen, gibt es immer wieder etwas Neues über uns selbst zu entdecken.
Und genau das macht diesen Weg für mich so wertvoll.
Meine Frage an dich
Wenn du bei meiner 30-Tage-Challenge mitmachen möchtest, dann würde ich mich freuen, wenn du mir schreibst. (office@maraspirit.at)
Vervollständige einfach diesen Satz:
"Wenn ich das Wort Liebe nicht benutzen darf, dann bedeutet es für mich ..."
Ich bin sehr gespannt auf deine Antwort. Denn ich glaube, dass gerade in unseren ganz persönlichen Beschreibungen unglaublich viel Wahrheit steckt.
Und wer weiss, vielleicht lesen wir am Ende dieser 30 Tage das Wort Liebe mit ganz anderen Augen.
Von Herzen,
Sonja



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